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Erfahrungsberichte ...

Ein Weg der Heilung

von Robert Weston
© 2009 Meine Arbeit mit Arthur Munyer



Der Emotionalkörper ist das Zuhause unserer Gefühle. Laut Arthur gibt es tatsächlich nur fünf Gefühle: Liebe, Freude, Trauer, Angst und Wut. All die anderen sind Unterarten oder Aspekte dieser fünf. Er behauptet, dass wir uns zu jeder Zeit in einer dieser Gefühlslagen aufhalten bzw. in einer Kombination von ihnen. Eine passende Antwort auf die Frage „Wie fühlst du dich?“, wäre also: „Ich fühle viel Liebe und ein bisschen Traurigkeit.“ Oder: „Ich spüre gerade viel Ärger.“ Oder: „Ich bin echt traurig.“ Oder:  „Ich habe Angst vor …“ Oder hoffentlich:  „Ich spüre gerade Freude.“ Natürlich ziehen wir es in der Regel vor mit dem üblichen „Mir geht’s gut. Wie geht’s dir?“, zu antworten.



Liebe ist ein Gefühl von Freude und Attraktion zu jemandem oder etwas. Manchmal gibt es auch Dankbarkeit und vielleicht etwas von „sich sehnen“ in der Liebe. Begehren, Lust ist eine elementare Manifestation der Liebe. Es ist ganz klar ein positives Gefühl, ein lebensbejahender Zustand, auch wenn es möglich ist ein „Liebesjunkie“ oder co-abhängig zu werden. Sie ist mit der Freude verwand, die letztendlich ein einfacher Ausdruck von Begeisterung oder Freude an jemandem, etwas oder am Leben selbst ist.  Trauer wiederum reicht von Verzweiflung und Depression auf der einen Seite, bis hin zur von Herzen gefühlten Reaktion auf eine Situation, eine Geschichte, ein Lied, das uns mit seiner Tragik oder seinem Schmerz berührt.



Wut ist eine stürmische Energie, die durch Situation ausgelöst wird, die wir ungerecht oder irritierend empfinden. Sie kann gesund und motivierend sein oder kann krankhaft werden, wenn sie sich in Form von Hass, Vorurteilen und Rachsucht  ausdrückt. Angst ist etwas, das uns in Form von Sorgen aufisst, zu Panikattacken und frei fließender  Beunruhigung führt und uns in Feiglinge und Schwächlinge verwandelt. In ihrer positiven Form dient sie der Vorsicht.

Der Mentalkörper ist das Zuhause unserer Geschichten und die Quelle unserer Auswahlmöglichkeiten. Es ist der Ort der Analyse und des Gesprächs. Die meisten von uns fühlen sich in diesem Körper wohler als in den anderen. Wir reden gerne endlos über unsere Meinungen, Erfahrungen, Hoffnungen, Wünsche, Pläne und Katastrophen. Psychotherapie beschäftigt sich häufig ausschließlich mit diesem Körper, da sie den Eindruck hat, dass etwas zu verstehen gleichbedeutend mit Heilung ist. Laut Arthur ist das nicht unbedingt der Fall. Er weist darauf hin wie leicht es passiert, dass wir in unseren eigenen Seifenopern und Lebensdramen steckenbleiben und  wie das wiederholte Erzählen einer Geschickte zwar ein wenig Erleichterung schaffen kann, aber auch dazu führen kann das Trauma zu verstärken, es sei denn es kommt zu tiefgreifenden energetischen Entladungen. Arthur besteht darauf, dass wir in unserem Mentalkörper Entscheidungen treffen können, die unsere Art zu sein beeinflussen. Es ist der Ort, an dem wir Kontrolle über unseren Sprachgebrauch ausüben, ob es Selbstgespräche oder eine Unterhaltung ist. Die negativen, kritischen, abwertenden Arten von inneren Gesprächen ins Gegenteil zu verkehren, kann unsere Erfahrung stark verändern. Verantwortung für unsere Statements durch den Gebrauch des  Wortes „Ich“ anstelle von Projektionen und Anschuldigungen zu übernehmen, kann einen in die eigene Kraft führen. „Ich möchte oder will, dass du“, anstelle von „Du solltest“, oder  „Ich bin wütend“, anstelle von „Du machst mich wütend.“



Der spirituelle Körper ist der Ort an dem wir die Erfahrung von Segen, kosmischer Liebe oder Agape, Frieden und Erleuchtung erfahren. Es ist die Landschaft unserer jeweiligen religiösen und spirituellen Praktiken und Verpflichtungen. Es kann ein Ort der Dogmen und des Fundamentalismus sein oder der Ort versponnener Phrasen der populär Spiritualität. In seiner vollkommensten Form ist der spirituelle Körper eine Erfahrung von Präsenz, Bewusstheit im Jetzt und ungebundener Liebe.



Laut der Munyer Methode™ geht es letztendlich darum, dass  in einem „natürlichen“, unbeschädigten Zustand, Energie zu jeder Zeit frei  in und durch die vier Körper hindurch fließt.  Wenn jedoch ein Trauma auftritt, wird die Energie in einem oder mehreren der Körper zusammengezogen. Wir stecken fest. Wir stecken physisch, mental, emotional oder spirituell fest - in der Regel in allen Bereichen. Also können wir nicht heil werden. Wir erholen uns nicht von den „Stricken und Fallen des entfesselten Schicksals“, über die sich Hamlet so bitterlich beschwert hat, die wir alle mehr oder weniger gut kennen. Auftretende Symptome sind: Steifer Nacken, Depression, Unentschlossenheit, Verzweiflung, Migräne, Diabetes, Krebs, Süchte, solche nach verschriebenen Medikamenten oder andere, die den Schmerz vertreiben sollen. Was es braucht ist eine Art die verdichtete Energie zu erreichen, in welchem Körper sie sich auch aufhält, sie zu befreien und ihr zu erlauben sich zu entladen und auszudrücken. Daher: die Munyer Methode™.



Die Methode ist eine einmalige Integration von Therapieformen und Anwendungen, die vom Hatha Yoga, Esalen® Massage, Tiefengewebsarbeit, Triggerpunktmassage, Feldenkrais und der Alexander Methode bis hin zur Gestalt Psychologie (Fritz Perls), Somatic Experiencing® (Peter Levine), Meditation und Gewahrsamkeitsübungen reicht. Die Methode ist eingebettet in die Methoden des Shivananda Yoga und den spirituellen Lehren verschiedener Traditionen, die auf profunde Art und Weise in der Arbeit von Eckhart Tolle Ausdruck finden. Es ist eine Methode, die über 30 Jahre hinweg entstanden ist.



Arthurs somatische Arbeit stammt zum größten Teil aus Peter Levine's Arbeit zum Thema Traumaheilung. Im Grunde genommen hat Levine beobachtet, wie Tiere sich in Bezug auf traumatische Erfahrungen verhalten – eine Gazelle, die von einem Löwen oder Tiger angegriffen wurde, jedoch entkommen ist, geht zu einem abgeschiedenen Platz und „schüttelt sich“, um das Adrenalin, das während des Angriffs ausgeschüttet wurde, aus dem Körper zu entladen. Menschen tun das nicht – oder zumindest haben wir die Tendenz, jeden Drang zu zittern, zu schreien, zu weinen oder das Trauma sonst wie zu „entladen“, zu unterdrücken. Und, so argumentiert Levine weiter, wir tragen das Trauma in unseren Körpern. Es zeigt sich in Form von Schmerz oder Steifheit oder, in starken chronischen Fällen, als Krankheit, die mental, emotional oder physisch zum Ausdruck kommt. Somatische Traumaheilung, wie sie durch Levine beschrieben und gelehrt wird, erlaubt dem Körper sein Trauma zu zeigen und gibt ihm die Möglichkeit, die gespeicherten gebündelten Energien, durch unterschiedliche Arten der Entladung freizusetzten. Entladung kann subtil sein – Körperwärme, Aufatmen, Muskeltremor, Aufstoßen, Gähnen – oder auch dramatischer, wie z. B. Weinen, Schaukeln, Schreien usw.



Arthur hat Levine's Ideen mit seiner eigenen spirituellen Arbeit und Körperarbeit kombiniert. Er arbeitet immer häufiger ohne physiologiebezogene Techniken, während er versucht den Klienten in Bereiche gestauter emotionaler oder spiritueller Energien zu führen. Wenn auf einen bestimmten Ort des physischen Körpers hingewiesen wird, kann im Anschluss an die Gesprächssitzung auch praktische Körperarbeit folgen.

Das Folgende ist ein Bericht meiner Arbeit mit Arthur, während eines Zeitraums von über einem Jahr. Ich suchte Arthur zu dieser Zeit durchschnittlich alle zwei Wochen auf. Jede Sitzung war einzigartig, aber jede folgte dem Muster, das ich oben beschrieben habe. Die Sitzungen, die ich im Folgenden beschreibe, stehen stellvertretend für die Arbeit, die wir gemacht haben und die Ergebnisse, die wir mit der „Munyer Methode“ erzielt haben.

 

Als ich das erste Mal zu Arthur kam suchte ich, wie bereits erwähnt, einfach nach einer Möglichkeit meine Nackenschmerzen zu erleichtern. Ich habe diesen Schmerz einige Zeit lang mit Hilfe von Massagen, Chiropraxis, Akupunktur und Nahrungsergänzungen (SAMe, Glucosamin, MSM usw.) behandelt. In den acht Jahren, seit ich den Schmerz das erste Mal wahrgenommen habe, habe ich eine Vielzahl von Heilmitteln ausprobiert.



Zu dieser Zeit war ich in Australien und fuhr auf der „falschen“ Straßenseite. (Man bemerke wie rechtszentriet ich bin: das Steuerrad auf der rechten Seite des Autos und die Konvention auf der linken Straßenseite zu fahren, haben sich in ein moralisches Urteil verwandelt. Jeder dessen Auto ein Lenkrad auf der rechten Seite hat und die linke Straßenseite befährt ist irgendwie „falsch“.) Meinen Kopf in eine andere Richtung zu drehen um über die Schulter zu sehen, bevor ich mich in den Verkehr einfädelte oder rückwärts fuhr, als ich es 45 Jahre lang getan hatte, war nicht nur eine geistige Anpassung sondern erforderte eine deutliche Neuprogrammierung meines Körpers. Unglücklicherweise stellte ich fest, dass ich meinen Kopf nicht sehr weit in die entgegengesetzte Richtung drehen konnte, ohne extreme Steifheit und akuten Schmerz zu spüren.  Mein Nacken war steif. Ich sage nicht, dass sich mein Nacken versteift hat weil ich 45 Jahre lang auf der rechten Straßenseite gefahren bin. Ich sage nur, dass ich, als ich meinen Körper in die andere Richtung drehen musste, er nicht damit zurechtkam. Und so zog ich los um das Problem zu „richten“.



Ich fing in Australien mit „Physiotherapie“ an. In Australien besteht Physiotherapie zumeist aus der sogenannten TENs Behandlung. Dies beinhaltet Elektrostimulierung von kontrahierten Muskeln, um Entspannung herbeizuführen. In manchen Fällen funktioniert es und ist sinnvoll: der Muskel wird durch elektrische Ladung stimuliert, die Muskelnerven feuern. Dies führt dazu, dass sich der Muskel kontrahiert und entspannt. Es ist anzunehmen, dass dieser Vorgang das verspannte Gewebe lockert, um so Muskelkrämpfe oder Verspannungen zu lösen, allerdings habe ich keine Ahnung warum es das tun sollte.

In jedem Fall hat es zu geringfügiger, vorübergehender Verringerung der Steifheit gesorgt. Es hat jedoch nicht wirklich den Würgegriff, der von meinem Nacken aus über meine Schultern und Nackenmuskeln lag, gelockert. Ich habe auch noch andere Sachen ausprobiert. Ich habe orthopädische Einlagen in meine Schuhe gelegt, um Ungleichgewicht auszugleichen, um auf diese Weise eine Veränderung in meinem Nacken hervorzurufen. Ich habe mit einem amerikanischen Chiropraktiker gearbeitet, der meinen Nacken eingerenkt hat und mir einen 12 Pfund schweren Ball mitgab, den ich mir um den Hals hängen sollte, während ich meinen Kopf vom Ende eines Tisches, mit einer Schaumstoffrolle unter meinem Hals, herabhängen ließ. Dies sollte die natürlich Biegung des Halses wiederherstellen. Dann gab es noch chinesische Massage. Bestandteil davon war ein energiegeladener, chinesischer Doktor der auf meinen Rücken kletterte und seine Ellbogen tief in meine Muskeln vergrub. Nicht zu schreien, erforderte meine vollständige Willenskraft. Aromatherapie war eine weitaus sanftere Behandlung. Indisches Schröpfen, Akupunktur und gelegentliche Yogastunden folgten.



Während der gesamten Zeit warf ich ca. 600 mg Ibuprofen pro Tag ein und fuhr weiterhin verspannt durch die Gegend, flog überall durch die Welt und hatte dabei einen schweren Computer über meiner rechten Schulter hängen.



Fünf Jahre später war ich zurück in den USA, mein Nacken kein bisschen lockerer, aber jetzt fuhr ich wieder auf der „rechten“ Seite der Straße. Der Schmerz war nun chronisch geworden und ich konnte, nun da ich in Rente war und mehr Zeit hatte,  mehr Aufmerksamkeit darauf verwenden, einen Lösung zu finden. Wieder suchte ich die üblichen Verdächtigen auf: Akupunktur, Tiefengewebsmassage, Chiropraktiker. Zeitweise gab es Anzeichen von Entspannung. Die Behandlungen waren recht angenehm. Die Anwender waren allesamt professionell, zugewandt und fürsorglich. Aber wenige Stunden nach der Behandlung, im besten Fall einen Tag später, war die Einschränkung meines Nackens und der Schmerz wieder da. Er zog sich nun von der rechten Seite des Halses, über den oberen Rücken und bis über die  Muskelstränge zwischen den Schultern. Außerdem kämpfte ich mit einer Depression. Der Übergang in den Ruhestand lief nicht so gut.



Ich hatte einen Massage Kurs in der örtlichen Massageschule begonnen, dem Monterey Institute of Touch, in Carmel Valley. Ich dachte darüber nach ein zertifizierter Massagetherapeut zu werden, aber meine rechte Hand und mein rechter Arm verloren langsam ihre Funktionsfähigkeit, durch einen fortgeschrittenen Fall von Dupuytren'scher Kontraktur und einer Art von Schleimbeutelentzündung. Als ich nach einem Triggerpunkt Spezialisten fragte – nicht dass ich genau gewusst hätte was Triggerpunkte waren – rief ich das Institut an und bat um eine Empfehlung. Sie gaben mir Arthur Munyers Namen und seine Telefonnummer. Arthur hatte offenbar in der Vergangenheit für das MIT unterrichtet. Er lebte, wie mir gesagt wurde, in Carmel, nur einige Minuten von meinem Zuhause in Pacific Grove entfernt.

 

Während unserer Sitzungen war Arthur mit weiter Baumwollkleidung angezogen und trug eine Yogi-Gebetskette um den Hals. Er saß barfuß auf einem Schaffell, das über seinen Stuhl drapiert war. Ich saß ihm gegenüber. Sein Haar war an den Schläfen ergraut und floss über seine Stirn nach hinten. Seine Züge waren angenehm und onkelartig. Der Raum, in dem wir saßen, war sonnig und mit allen möglichen Paraphernalien angefüllt – Steine, Buddha-Statuen, kleine Brunnen, Bilder von Yogis, Zeichnungen von Chakren, Kristalle und Klangläser und Klangschalen. Der Geruch von Namchampa Weihrauch, schien alles zu durchdringen.

Arthur war lebendig, mit schnellem Verstand, ein bisschen wie man sich einen freundlichen Kobold vorstellen könnte. Wir hatten schnell eine Verbindung zueinander. Er schien sich mit mir wohl zu fühlen, und ich mich mit ihm. Wie bereits erwähnt unterhielten wir  uns die komplette erste Sitzung, von über einer Stunde. Das fand ich zunächst nicht so toll, aber er sagte er hatte gelegentlich mit Leuten gearbeitet und eine „Entladung“,  ohne physische Berührung,  hervorrufen können. Zu dieser Zeit war mir nicht klar, wie er das tun könnte. Über das nächste Jahr hinweg, während dem wir und 20 bis 25-mal getroffen haben, fing ich an die „Munyer Methode“ besser kennen und schätzen zu lernen.

Es wurde bald klar, dass mein Nackenproblem eher eine „Referenz“ war, als organischen Ursprungs. Die Anspannung in meinen Nacken, in meinen Schultermuskeln sowie den verbindenden Muskeln im mittleren und unteren Bereich des Rückens, waren meine Körperreaktionen auf „Trauma“. Die einzige Art und Weise, laut Arthur, diese Muskeln dauerhaft zu entspannen, war da hinzugehen, wo das Trauma entsprang – in einem meiner 4 Körper – und es dort zu befreien. Damit meinte Arthur aber nicht, in die Geschichte meines Traumas hineinzugehen. Ein erneutes Aufzählen aller Ereignisse und Umstände die traumatisch waren  (schmerzhaft, beängstigend, stressig) würde nur die Wahrscheinlichkeit erhöhen es erneut auszulösen und das ursprüngliche Trauma zu verstärken. Was Arthur wollte, war zu lokalisieren wo das Trauma jetzt festsaß und ihm zu erlauben sich zu lösen. Dies war notwendigerweise ein sanfter, nicht-gewaltsamer und nicht-invasiver Such- und Freisetzungsprozess. Denn jede Anstrengung das Trauma zu behandeln würde sonst auf Widerstand treffen, so dass es den Körper nicht darin unterstützen würde, sich selbst zu heilen.



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