Trauma und chronische Krankheit - eine persönliche Begehung


Für alle, die es nicht wissen: ich war in der Kindheit körperlicher Gewalt ausgesetzt. Nicht viele scheinen anzusprechen, was in vielen Familien passiert: die Gewalt unter Geschwistern. Und nein, ich rede nicht von den Kniffen und Püffern, die das "normale" Gerangel unter Kindern ist. Ich rede von Todesangst. Fast ohnmächtig vor Luftnot, blaue Flecken, ein Mensch - doppelt so schwer wie ich - der rot sah.

Von der Hilflosigkeit, die ich erlebt habe, weil niemand das Ausmaß gesehen hat. Wir Schlüsselkinder waren, die darauf warteten, dass der Papa von der Spätschicht nach Hause kommt. Die Unvorhersehbarkeit, mit der die Wutausbrüche meines Bruders kamen.

Meine Reaktion: Non-Existenz. Ducken und nicht groß sein. Nichts wollen, nicht gesehen werden. Nur beschwichtigen, geben und Stockholm. Ich ersezte ihm die Mutter und den Boxsack. Sorgte für ihn, sah seinen Schmerz und steckte ein, was er abzulassen hatte.

Wenn mein Vater es mitbekam, kriegte mein Bruder Ohrfeigen. Ein Albtraum für mich. Auch hier war ich Schuld.

Mein Körper reagierte: beim ersten Freund fing es an: Blasenentzündungen. Mit jedem Mann ging das weiter. Getriggert durch Sex, fehlende Selbstfürsorge und Stress. Heute sehe ich, dass mein Körper von Anfang an jegliche Nähe zu Männern als Gefahr erlebt hat. Hatte ich ja auch immer solche gewählt, die entweder narzisstisch, oder selbst misshandelt waren. Meine Prägung erschuf mein Leben. Mein Körper erschuf den Ausdruck von Widerstand, den ich selbst nicht haben durfte.

Auch Arthur passt in das Muster: selbst Gewalt erlebt und starke Meinungen, bei denen ich viel Energie aufwenden musste, um meins daneben erschaffen zu können. Doch einen Unterschied gab es: die Bereitschaft und das Bewusstsein, seine und meine missbräuchlichen Muster ineinandergreifen zu lassen und ins Bewusstsein zu holen. Zu heilen. Mitgefühl und Liebe in die Orte zu schicken, die so überzeugt davon sind, nach wie vor allein zu sein. Das Gleiche tun, wie immer, doch anders reagieren lernen. Groß werden, dem Opfer entschlüpfen.

Seit Monaten bin ich Blasenentzündungs-frei. Ich bin eine selbstbewusste, starke Frau, die weiß, wie sie sich zeigen kann. Was sie will, was sie braucht und wie sie darum bittet. Die immer mehr von diesen Schichten erkennt und immer tiefer in´s Gewebe heilt. Dem Körper die Last der Verantwortung nimmt, indem ich sie wieder bewusst für mich trage. Ich habe eine Partnerschaft kreiert, die alles an Liebe und Fürsorge bietet, was ich brauche. Ich bin offen für jedes vermeintliche Hindernis - ich weiß, es ist nur wieder eine tiefere Schicht, die gesehen werden mag. Mein Körper reichert sich mit Akzeptanz an. Liebe und Selbstfürsorge.

Wir können heilen. Auf allen Ebenen. Alles, was es dazu braucht ist:

- das Nein zur Selbstkasteiung unserer traumatischen Gedanken

- die Unterstützung einer Person, die weiß, was dieser Weg bedeutet

- jede Menge Mut. Und wenn ich den habe, hast du ihn auch.

- Vertrauen - wir sind größer, als unser Muster

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