Spirituelles Trauma

Keine Ahnung, ob das, was Menschen, die mit uns arbeiten suchen, tatsächlich das Gleiche ist, was ich gesucht habe.

Das ist jedoch meine Grundannahme - jeder kommt, um im Frieden mit sich zu sein. Das Leid zu beenden. Wieder näher an dem zu sein, was ich wirklich bin. Sich selbst nah zu sein, und Denken von Sein unterscheiden zu können.

Eins habe ich dabei unterschätzt.

Spirituelles Trauma. Autoritätstrauma. Ist fast das Gleiche. Niemandem mehr vertrauen, außer mir selbst. Dass ich damit jemandem vertraue, der nichts weiß, spielt dabei keine Rolle...

Schlüsselerlebnis dazu war für mich ein Mann, der Mitglied einer freien Kirchengemeinde war - inhaltlich war das für mich ein Alptraum: einschnürende Moral, Homophobie und Stolz auf die Züchtigung der Kinder. Doch um eines habe ich ihn zutiefst beneidet: er konnte abgeben. An jemanden, der besser weiß. Egal, ob das schlussendlich real war, oder nicht: ich hatte tiefe Sehnsucht danach, genau so vertrauensvoll an eine "höhere Instanz" abgeben zu können. Statt sich zwei Wochen oder länger im Bett zu wälzen, weil er nicht weiß, ob er sich selbständig machen soll, oder nicht, betet er zu Jesus und kommt nach zwei Wochen mit der Erhellung, dass Jesus ja sagt um die Ecke.

Beängstigend, doch beneidenswert, dachte ich.

Und dann kommt das gesamte Trauma als Urteil hoch: willenlos, Sekte, hörig, ohne Rückgrat, erbärmlich, wie beim Führer, dumm, naiv - ihr wisst schon.

Aber die Sehnsucht. Danach, nicht immer die Einzige - die letzte - Instanz in meinem Leben zu sein. So viel Last von Falsch und Richtig. So viel Druck.

Und dann ging mein spiritueller Zugang auf (nicht in dem Moment, so platt war´s dann doch nicht :))

Hallelujah. Doch die Urteile darüber waren nicht weniger. Kein bisschen. Nein, im Gegenteil. Nun war "ich", was ich verurteilte: abgefahren, spinnert, nicht nachvollziehbar, vielleicht sogar verrückt?

Doch diese Phase ist nur eine von vielen, die dann unaufhaltsam in eine einzige Richtung zielte - Die Antwort zu finden, auf die Frage: Was läuft hier eigentlich?

Durch den Zugang zu meinem spirituellen Selbst (ein tragischer Versuch, einen Ausdruck dafür zu finden), habe ich das Geschenk erhalten, zu WISSEN, wie sich Frieden anfühlt. Nicht glauben. Nicht denken. Es erleben. Selbst dann, wenn ich konfrontiert mit dem Übelsten, Dunkelsten in Menschen war. Mord, Missbrauch, Betrug, Hass.

Erst da wurde mir klar: diese Ragna - Ich - hat ein eigenes Herz aus Angst.

Dieses spirituelle Dingsbums aber, hat das Herz aller Wesen.

Wie bekomme ich es also hin, dass diese Ragna aus dem Herz aller Wesen lebt?

Tauchen.

Eintauchen.

Durchtauchen.

Durch den Schmerz, durch die Urteile, durch die Ragna hindurch.

Das ist das beängstigendste, was es gibt. Denn wenn Ragna loslässt, muss sie darauf vertrauen, dass diese "höhere Instanz" da ist. Ein Ende des Tunnels. Dass alles, worauf ihre Sicherheit beruht, vielleicht nicht wahr ist. Zum Teil sind es lange Tauchgänge, bei denen einem fast der Sauerstoff ausgeht.

Aber dann. Dann auf einmal wird klar, dass die höhere Instanz immer schon ich war. Dass das Herz aller Wesen schon immer den Raum für dieses kleine, zarte, zerbrechliche Produkt namens Ragna gehalten hat. Von dort sieht sie schön aus. UnVollkommen und schön. Die einzige ihrer Art. Und die hat immer schon im Herz aller Wesen gelebt.

Ich sehe dich. Ich sehe, wer du bist. Und wer du nicht für immer bist. Welches Potential du hast. Denn das Herz aller Wesen ist frei. Alles, was es braucht, ist zu sehen, dass du immer warst.

Featured Posts
Recent Posts
Archive
Search By Tags
Follow Us
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square
  • Vimeo Social Icon
  • Pinterest Social Icon
  • download
  • LinkedIn Social Icon
  • Facebook Social Icon
  • YouTube Social  Icon

                                                                          Content copyright 2018. Neural Somatic Integration® (NSI). All rights reserved. Impressum & Datenschutzerklärung

Everything3